Shanty-Chor  "Isar-Möven"  München von 1977 e.V.
- Wir über uns -

Seemannslieder werden auf der ganzen Welt gesungen!  Aber Shanties an der grünen Isar in München? Aus dem nachstehenden Beitrag vom Herbert Sulitzki anläßlich der 35-Jahrfeier erfahren Sie die Gründungsgeschichte der "Isar-Möven München" aus erster Hand.

35 Jahre Shanty-Chor "Isar-Möven" München

Ein paar Worte zur Feier von Eurem letzten verbliebenen Gründungsmitglied:
Herzlichen Glückwunsch an den Shanty Chor „Isar-Möven“ München zum 35-jährigen Jubiläum und meinen anerkennenden und respektvollen Dank an alle Mitglieder, die nur durch ihren unermüdlichen Einsatz ein so langes Bestehen ermöglichen.
Leider kann ich heute wegen einer schon länger geplanten Reise nicht mit Euch feiern, aber das nicht ferne 40-jährige Bestehen habe ich mir schon vorgemerkt.
Sicherlich wissen nicht mehr alle, wie es damals begann, im Jahre 1977. Nicht, wie es zu vermuten wäre, etwa bei Marinefreunden, sondern, kaum zu glauben, in einem Reitverein. Damals bei geselligen abendlichen Runden im Stüber des Münchner Reitclubs Isartal wurden zu Gitarrenklängen von sangeslustigen Reitern und vor allem auch Reiterinnen die verschiedensten Lieder zum Besten gegeben.
Mit der Zeit fanden Einige immer mehr Gefallen an den mal melancholischen, mal heiteren seemännischen Klängen und wollten davon mehr und mehr. Um weitere Gleichgesinnte zu finden, welche aber ja nicht alle auch dem Pferdesport verfallen sind, wurde schließlich der Shanty-Chor Isarmöven ins Leben gerufen.
 Deshalb handelt es sich von Beginn an auch um einen gemischten Chor, wir waren der damaligen Zeit schon sehr weit voraus und sind damit stets gut gefahren.

Inzwischen hat ja sogar die Marine die Vorteile erkannt, so sind selbst auf dem deutschen Segelschulschiff Gorch Fock seit dem Jahr 1991 auch Frauen mit an Bord, erst 14 Jahre nach unserem Chor.
Eine Menge Zeit, die ins Land gezogen ist, dabei so viele unvergessene Gesichter und Charaktere, die den Chor als Mitglieder oder Förderer gebildet und begleitet haben, ein wahrlich prägender Teil meines Lebens.

Einmalig auch die Gelegenheiten auf unseren Reisen, die scheinbar Unerreichbares möglich machten und sich ein Leben lang in mein Gedächtnis gebrannt haben, wie zum Beispiel:
  • Der erste Chor der Welt, der in der Gedenkhalle des Marine-Ehrenmals in Laboe singen durfte. Es war das wohl angemessenste Lied, das man zum Besten geben konnte: "Ich hat einen Kameraden .... ". Jedem Anwesenden sind beim dortigen unglaublichen Echoeffekt unweigerlich die Tränen geflossen. Manche von Euch wissen das noch.
  • Eine Einladung auf dem Stolz der Argentinier, dem Dreimaster "Libertad“ welcher noch heute die Weltrekordzeit beim Segeln über den Atlantik hält, verbunden mit einem Schnapserl in der Kapitänskajüte! Wer kommt da schon hin?
  • Eine eigens von der Marine angebotene Fahrt auf dem Zerstörer Bayern samt einer Waffenvorführung, eindrucksvoll und beängstigend zugleich.

Die schönen und lustigen Stunden bei ungezählten Auftritten, ja selbst im Wallis auf hohen Bergen mitten in der tiefsten Schweiz, wo der Chor mit nicht gerade ortsüblichen Liedern erst äußerst argwöhnisch betrachtet und schließlich dann um so herzlicher gefeiert wurde.
Liebe Mitglieder und Freunde der Shantys und Seemannslieder, lasst diesen Chor stets in seinem eigentlichen Sinn weiterleben. Denkt bitte immer daran, er soll allen Mitgliedern dienen. Einzelne müssen sich zwar den Interessen der Gemeinschaft fügen, aber niemals darf sich die Gemeinschaft den Interessen von nur Einzelnen unterwerfen. Denn dann wird der Chor Freude, Auftrieb und Lebenslust spenden, nicht nur Euch, sondern auch den zahlreichen Zuhörern, die ja auch nur einen Farbklecks im grauen Alltag suchen.

Ein gesunder Ehrgeiz ist zwar Voraussetzung für einen guten Gesang, aber macht Eure Proben nie zu ernst und steckt die Ziele nicht viel zu hoch, der Chor soll seinen Mitgliedern doch Spaß und Abwechslung im Leben bieten. Macht Euch keine Qualen, noch höhere Sangeskunst könnt Ihr getrost den Berufssängern überlassen, Ihr müsst sie nicht überbieten, von was sollen die sonst leben? Nur wenn Ihr wirklich mit Freude übt, kommt dies bei Euren Auftritten auch stets zur Geltung. Das Publikum hat hierfür ein ausgesprochen feines Näschen und wird die gespürte Lebensfreude sicherlich mit "ehrlichem“ Applaus belohnen.

Nun genug der Worte, Ihr wollt ja feiern. Bleibt ein toller Haufen und genießt weiter mit Euren Gästen die vielen schönen Stunden, mit denen der Chor das Leben bereichert und erfüllt dieses verdiente Fest mit freudigem Gesang und bester Laune.

Ahoi, ahoi, ahoi
Euer Herbert Sulitzki